15. Juni 1980 Halver, Gut Voswinckel
VORSTAND :
LUDMILLA TÜTING, LUTZ FEHLING, HERIBERT SEUL, ERICH BAUER, GISELA WALTHER, ACHIM HORN
Bei der Mitgliederversammlung auf Gut Voswinckel wird der Vorstand einstimmig entlastet und wiedergewählt - zu glücklich sind die Globis über ihren Platz. REINHOLD KORTE darf sich was wünschen: Er will sich auf Kosten der dzg einen Abend sinnlos betrinken. Außerdem wird beschlossen, die Völkerfreundschaft zu vertiefen: dzg-Bonbons werden verteilt und sollen unterwegs verschenkt werden. Das Bonbonpapier wird an LUDMILLA zurückgeschickt, die es bügeln und wiederverwenden soll. Die Sylvesterfete 1980/81 findet in Cuzco statt
(T 26, 3).
KLAUS TRAPPMANN sucht nach den Großvätern der Globetrotter und gibt ein Buch heraus über "Landstrasse, Kunden, Vagabunden. Gregor Gogs Liga der Heimatlosen".
HEINZ ROX-SCHULZ+ (dzg) eröffnet in Saarbrücken das Abenteuer-Museum, gemeinsam mit Oberbürgermeister Oscar Lafontaine.
Es stand im TROTTER:
Aus zaghaften Ansätzen erblühen viele nachdenkliche Beiträge, allein in TROTTER 25: Umwelt und Umweltschutz, Zu Gast in fremden Ländern, Und alles in Kodak-Color…, Globetrotter und Tourismus, Globetrotter-Typologie, Frauen allein im Ausland, Palästina heute-Eindrücke eines Touristen, Bettelkinder… ULRICH OSWALD sieht seine Reise nun
"Mit anderen Augen": "Speziell dieser Urwaldgegend, diesen Leuten dort, hat es vermutlich mehr geschadet als genützt."
Ungewöhnliches erleben GERHARD HECK "Von Riyadh nach Sana'a. Mit dem Auto durch die Arabische Halbinsel" (T 25, 98) und J. B.: "Öffentliche Enthauptung in Riyadh" (T 26, 57). Sein Fazit: "… ich weiß, daß man sich auch jetzt noch Buchenwald oder Auschwitz ansehen sollte."
MANFRED SCHREIBER über "Eine Goodwill-Tour mit Hindernissen": Zwei Ingenieure und
ein Arzt bringen privat Sachspenden nach Indien und wollen in einem Dorf eine Trink-
wasseranlage bauen. Im Iran werden sie überfallen und ausgeplündert, Soldaten nehmen
sie fest, einen Monat warten sie auf neue Papiere, nach drei Monaten sind sie endlich
am Ziel (T 25, 47).
Radikalenerlaß bei Globetrotters?
Folgender Brief eines Mitgliedes erreichte die dzg:
"Wie ich sehe, erfaßt Ihr alle Adressen und Namen der Mitglieder in einem Mitgliedsblatt, und auch die Partnersuche läuft über volle Namen und Adressen. Da bin ich nun in einer Zwickmühle:lhr wißt, die staatlichen Sparmaßnahmen geben allen subalternen Beamten wieder Macht, und wenn so ein Verwaltungsblock einen Grund findet, einen später nicht wieder einstellen zu müssen, dann hat er die größte Freude. "Ausflippen" von einem Jahr oder mehr wäre so ein Grund. Man kann ja nun nicht erwarten, daß der "Globetrotter" eine Lektüre der Ministerien wird, aber trotzdem; Geschriebenes kann die abenteuer-lichsten Wege gehen, und meine Annoncen u.a. könnten auch meinem ehemaligen Boß an der Uni unter die Augen kommen.
Das könnte mir die Integration nach der Rückkehr sehr erschweren oder unmöglich machen. Daher also die dringende Bitte: mein "echter" Name und meine volle Adresse können mit einem entsprechenden Vermerk in der Kartei bleiben, aber ansonsten (Absender meiner Briefe, Adressierungen, Unterschrift unter künftigen Reisebrichten usw.) soll es nur noch unter meinem Decknamen geben. Wenn es nötig ist, mich ins Mitgliederverzeichnis aufzunehmen, dann bitte natürlich auch unter diesem Decknamen und der Deckadresse. Ich glaube nicht, daß dies Schwierigkeiten macht, wenn wir uns gleich von Anfang an darauf einigen, und daß ich kein Dunkelmann bin, dafür steht Dir ja mein echter Name und die volle Adresse. Bitte, schick mir den Brief wieder zurück."
|