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Atlas der Entdeckungsreisen


Norbert Lüdtke, 16.05.2004

bu1290_bt_pleticha_atlas HEINRICH PLETICHA

1. Auflage (=Edition Erdmann), Stuttgart: Thienemanns 2000. Leinenband mit Schutzumschlag und Fadenheftung 24 x 33 cm: 189 Seiten, Farbtafeln, durchgehend farbig bebildert. 98 DM


Zeittafel & Entdeckungsgeschichte, zahlreiche Karten und Pläne Literatur, Register: Orte, Personen

In weinrotes Leinen gebunden weckt der großformatige Band hohe Erwartungen. Innen setzt sich die Großzügigkeit fort, viele Karten kommen doppelseitig, Texte sind auf einer Doppelseite abgeschlossen und lesefreundlich mit viel Weißraum versehen, das Layout ist elegant und ruhig.

In auffälligem Gegensatz zu den reichhaltigen historischen Karten stehen die schlichten modernen Karten, die den Themen wie »Auf den Spuren der Konquistadoren« beigegeben sind. Zackige Farbflächen betonen die am Computer entstandenen Karten. Darin sind die Routen der Entdecker anschaulich zu finden, an weiteren Details wurde jedoch gespart und selbst der Autor empfiehlt im Vorwort, einen modernen Atlas danebenzulegen. Das wird nicht viel helfen, wenn, wie auf der Karte »Unter der Glutsonne Arabiens« zwischen Bombay, Teheran, Mekka und Aden kein weiterer geographischer Name angegeben ist.

Weder werden die Routen der Karte systematisch im Text aufgegriffen, noch finden sich systematisch die geographischen Begriffe aus dem Text in der Karte verzeichnet. Im Konquistadorentext erhält jeder Name von Cabral bis Fawcett auf der Doppelseite einen Absatz mit manchmal nur 3, 4 Sätzen. Auch hier weiß das Vorwort Rat: Man nehme die im gleichen Verlag erschienenen Titel zu Hilfe: Lexikon der Abenteuerreisen sowie Lexikon der Abenteuer- und Reiseliteratur, um mehr zu erfahren. Der Text scheint also eher entbehrlich zu sein, die modernen Übersichtskarten wären auch auf weniger Platz noch großzügig, den gewonnenen Platz verdienten die historischen Karten. Fazit: Mehr Design als Sein.

NORBERT LÜDTKE & ARCHIV ZUR GESCHICHTE DES INDIVIDUELLEN REISENS WWW.REISEGESCHICHTE.DE
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